MOTI SPECIAL
Seit Mitte der 50er Jahre kommen aus Hamburg immer wieder erfolgreiche Bands
und Solisten: den frühen Schlager-Stars folgten in den 60ern Beat-Bands
wie die Rattles und Wonderland, danach machten sich Rock-Formationen wie Atlantis
und Frumpy einen guten Namen. Eine der wenigen bekannteren Gruppen der 80er
Jahre waren Moti Special, benannt nach dem Betreiber eines indischen Restaurants
in London. Die Band formierte sich 1981 mit dem dänischen Spitzen-Gitarristen
Nils Tuxen (zuvor u. a. bei Savage Rose), mit dem rumänischen Keyboarder
Michael Cretu (später Ehemann von Top-Star Sandra) sowie Bassist Manfred
"Thissy" Thiers (ex-Randy Pie) und Drummer-Legende Reinhard "Dickie"
Tarrach, der schon für die Rattles, Wonderland und Randy Pie gearbeitet
hatte. Alle Mitglieder waren in jenen Tagen vielbeschäftigte Sessionmusiker,
u. a. in Diensten von Gitte, Mireille Mathieu, Roger Whittaker und Peter Cornelius
(um nur ganz wenige zu nennen). 1981 machte sich das Quartett dann selbständig,
doch die funkigen, disco-orientierten Demos fanden während der Hoch-Zeit
der Neuen Deutschen Welle keinerlei Anklang bei den Plattenfirmen. 1985 aber
schlugen dann dieselben Songs mächtig ein: "Cold Days, Hot Nights",
"Don't Be So Shy" und "Stop! Girls Go Crazy" belegten innerhalb
von neun Monaten in den deutschen Charts die Plätze 3, 8 und 53. Moti Specials
Debüt-LP "Motivation" schob sich im Sommer 1985 bis auf Position
20. Danach wurde er ruhiger um die Band. Erst 1989 kehrte ein umbesetztes Quartett
in die Aufnahmestudios zurück. Tuxen und Tarrach waren weiterhin dabei,
neu hinzu kam eine schwedische Rhythmusgruppe mit dem Bassisten Anders Mossberg
und Keyboarder / Sänger Frank Ardahl. Für Polydor wurde die LP "Dancing
For Victory" eingespielt, doch die Resonanz war nur mäßig, obwohl
die Band ihrem Stil treu geblieben war und eine weiterhin überdurchschnittliche
handwerkliche Leistung bot.